Bissverletzungen

Wichtige Hinweise...

...für Eltern die einen Hund haben:

  • Hund und Kind nie zusammen alleine lassen, insbesondere nicht Kleinkinder unter 3 Jahren.
  • Dem Hund einen zurückgezogenen Schlafplatz zuweisen, ohne «Aussicht».
  • Den Kindern beibringen, den Hund zu respektieren, ebenso seinen Schlafplatz und seinen Napf.
  • Den Kindern korrekten Umgang mit dem Hund beibringen, gegebenenfalls mit Hilfe von Erziehungskursen.

...für alle Eltern, unterwegs auf der Strasse:

  • Den Kindern beibringen, einen Hund nie zu berühren ohne vorgängig den Besitzer um Erlaubnis zu fragen. Akzeptieren, wenn er es nicht erlaubt!
  • Den Kindern beibringen, nicht zu Hunden heranzugehen, die vor einem Geschäft angebunden sind und sie schon gar nicht zu berühren.
  • Den Kindern beibringen, ruhig an Hunden vorbeizugehen, auch wenn diese an der Leine sind und genügend Abstand zu halten, wenn sie mit Rollbrett, Rollerblades oder Trottinett an Hunden vorbeifahren. Viele Hunde haben Angst, versuchen zu fliehen oder können aus Angst angreifen, weil sie an der Leine nicht fliehen können.
  • Im Falle einer Bedrohung oder eines Angriffs Anzeige bei der Polizei erstatten.

...für Eltern und Kinder die Angst haben, von einem Hund bedroht oder angegriffen werden:

  • Blick abwenden, schweigen, Arme am Körper hängenlassen und ruhig bleiben.
  • Das heisst: nicht schreien, nicht davonlaufen, dem Hund nicht in die Augen schauen, nicht gestikulieren, nichts nach dem Hund werfen, keine Ultraschallgeräte oder Gassprays verwenden.

...für den Fall eines Sturzes:

  • Nacken mit den Händen schützen, den Bauch Richtung Boden, «sich tot stellen», flach auf dem Boden oder kugelig liegend. ...denn der Hund versteht Hundesprache: fixieren des Hundes mit den Augen ist Provokation zum Angriff.Durchdringendes Geschrei sowie plötzliche und unkoordinierte Bewegungen stimulieren Aggressionsverhalten beim Hund.

...für den Arzt:

  • Wenn Sie bei einem Kind Bisswunden behandeln und die Eltern des Kindes sind selber Besitzer des beissenden Hundes oder kennen den Besitzer gut, geben Sie den Rat, dem Hund einen Maulkorb anzuziehen und möglichst bald einen Tierarzt aufzusuchen, damit das Problem analysiert und die nötigen Konsequenzen gezogen werden können.
  • Falls eine derartige Massnahme nicht realisiert werden kann, zum Beispiel weil die Eltern den Besitzer des Hundes nicht kennen, raten Sie ihnen, bei der Polizei Anzeige zu erstatten.
  • Falls die Eltern Besitzer des Hundes sind und nichts unternehmen wollen, klären Sie ab, ob es nötig ist, die sozialen Dienste einzuschalten: passive Misshandlung ist nicht ausgeschlossen und nichts zu unternehmen, könnte fatale Folgen haben und gleichbedeutend sein mit unterlassener Hilfeleistung.“
Text: Frau Dr. med. vet. Colette Pillonel, Verhaltensmedizinerin
Bundesamt für Veterinärwesen, Schwarzenburgstrasse 161, 3003 Bern.
Auszug aus „Der beste Freund des Menschen – Mythos und Wirklichkeit“ mit der freundlichen Genehmigung der Verfasserin.
Den vollständigen Text sowie Literatur-Hinweise zum Thema finden Sie hier.